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Latexlexikon / Latexwiki


Latex als Naturstoff und LaTeX (Tex) zum Programmieren

Bei dem Begriff Latex unterscheiden wir zwei Arten, zum Einen die für uns relevante Art, den Kautschukbaum, aus welchem der Milchsaft, das Latex für die Herstellung von vulkanisierten Gummi gewonnen wird und zum Anderen eine Softwaresprache, welche mit Hilfe von Makros das Textsatzsystem TeX wesentlich vereinfacht und vor Allem bei Formeln in Verbindung mit Text Anwendung findet, dem so genannten LaTeX. Wir möchten Ihnen vor Allem Erstgenannte Art von Latex näher bringen, denn als Hersteller für Latexkleidung liegt das sehr nahe. Doch was ist Latex eigentlich, woher kommt Latex und wie fand Latex den Weg bis in die heutige Zeit mit seiner immensen Bedeutung. Das möchten wir Ihnen auf unterhaltsame und qualitative Art und Weise näher bringen. Es wird Ihnen aufzeigen, dass es sich nicht nur um ein Objekt des Fetisch handelt, sondern um wesentlich mehr. In Verbindung mit dem Naturmaterial gibt es auch einige Begriffe, wie auch Persönlichkeiten, die weit geläufig ein Begriff sind, so sei bspw. die Vulkanisation und Goodyear genannt, wie auch der Kautschukgürtel, vielleicht haben Sie dies schon einmal gehört und konnten es nicht zuordnen, wir versuchen es Ihnen zu erläutern. Aber rund um Latex gibt es tolle Erfindungen und Abenteuer, die zur heutigen Verbreitung geführt haben. Leidenschaft hat dieses Material allemal verdient.

Latex ist der Milchsaft des Gummibaums

Naturlatex ist nichts weiter als Naturkautschuk, ein geringfügiger Anteil an Schwefel und Wasser. Naturlatex vulkanisiert von allein, aufgrund des Anteils an Schwefel. Viele von Ihnen werden sicher neben Begriffen und Marken wie Radical Rubber, FourD Supatex, Bahnenlatex und Meterware aus Latex schon einmal Flüssiglatex wahrgenommen haben. Sei es zum Bodypainting, oder zum Tauchen auf Formen von Kondomen, Latexhandschuhen, wie auch der Herstellung von besonderer Latexmeterware mit Struktur oder in Heavy Rubber Materialstärken. Radical Rubber bspw. wird im Land der Gewinnung bzw. Herstellung fertig produziert und in fester Form auf Rollen zu 10m Länge nach Europa transportiert. Auch der Großteil der Einmalhandschuhe aus Latex werden fertig geliefert. Aber es wird auch weltweit mit flüssigem, in Fässern lagerndem Latex gehandelt. Da flüssiges Latex innerhalb kurzer Zeit vulkanisieren würde, mischt man einen Anteil Ammoniak hinzu, man entscheidet zwischen Low-Ammonia und High-Ammonia. Durch Ammoniak wird der pH-Wert basisch gehalten, so dass die Vulkanisation erst beim Kontakt mit der Luft durch das Verdunsten des Ammoniak beginnt. Durch Wärme wird der Vulkanisationsprozess gefördert und kommt vor Allem in industrieller Fertigung auf Bändern zum Einsatz. Das reine, so genannte vorvulkanisierte Latex kommt als Klebemittel zur Herstellung von geklebter Latexkleidung wie dem Latex Catsuit, Papierkleber und als eingefärbtes Flüssiglatex (Bodypainting) zum Einsatz.
Latex wird aus dem Milchsaft des Gummibaums oder auch Kautschukbaum genannt, Hevea brasiliensis, gewonnen. Des Weiteren wurde bei den südamerikanischen Ureinwohnern dieser Baum auch „Ca-Hu-Chu“ genannt, was auch mit „weinender Baum“ erklärt werden kann. Damit war wiederum der austretende Milchsaft, das Latex gemeint. Diese Pflanzenart wird unter Anderem auch Parakautschukbaum genannt und kommt ursprünglich aus Südamerika. Der Kautschukbaum gehört zu der Familie der Wolfsmilchgewächse und hatte und hat eine immense wirtschaftliche, aber auch kulturelle Bedeutung. Vor Allem die wirtschaftliche Bedeutung ist weltweit gigantisch, da aus dem Milchsaft Naturlatex, oder einfach Latex, bzw. Naturkautschuk, einfach Kautschuk gewonnen wird und er als einzige nachwachsende Rohstoffquelle dient. Mittlerweile wird der größte Teil aus synthetischem Latex bzw. Kautschuk gewonnen, die so genannte petrochemische Herstellung.

Latex aus dem Milchsaft des Kautschukbaumes unterliegt folgendem System:

  • Ordnung: Malpighienartige
  • Familie: Wolfsmilchgewächse, Euphorbiacease
  • untergeordnete Familie: Crotonoideae
  • Gattung: Hevea
  • Art: Kautschukbaum, bekannt auch als Gummibaum

Der Naturstoff Latex ist weltweit begehrt

Die Kautschukbaumpflanze, bzw. der Baum Hevea brasiliensis wächst zwischen 15m und bis zu über 40m in die Höhe. Dabei ist der Baumstammdurchmesser relativ gering und variiert meistens zwischen 25cm und 50cm. Die Rinde, auch Borke genannt hat einen grauen Farbton. Die Milchsaftgefäße bzw. Milchröhren sind im Bast des Baumes zu finden, genau gesagt im weichen Teile des Stammes der Pflanze. Der Milchsaft selbst ist weißlich und enthält je nach Güte 25% bis 40% reinen Kautschuk. Der Rest des Milchsaftes ist zu über 90% Wasser, weitere geringfügige Inhaltsstoffe sind die Eiweiße (Allergene), Zucker, Wachs und Harz. Das Holz des Stammes hat eine gelbliche Farbe und einen äußerst unangenehmen Geruch. Der Kautschukbaum ist ein Laubgewächs und seine Blätter sind dreiteilig. Die dunkelgrünen ca. 15cm langen dreiblättrigen Blätter werden jedes Jahr neu gebildet. Die Blüten des Kautschukbaumes findet man unter den Blättern, am Ende der Zweige. Der Kautschukbaum getrennt geschlechtlich. Der optische Unterschied des Geschlechts ist anhand der Blüten erkennbar. Die weiblichen Blüten sind deutlich größer als die männlichen Blüten. Die Frucht des Kautschukbaumes wirkt ähnlich der Kastanie, ist aber in keiner Weise Art verwand. Ehe man den Milchsaft, auch Latex jedoch gewinnen kann, muss die Pflanze mindestens fünf Jahre alt sein. Die Milchröhren umlaufen den Stammkern entgegen dem Uhrzeigersinn. Die Gewinnung des Latex erfolgt von Hand, mit speziellen Messern mit besonderer Führung der Klinge. Höchste Vorsicht ist dabei geboten, denn das unter den Milchröhren befindliche Kambium wird für die Heilung der Rinde vom Kautschukbaum benötigt und darf nicht zerstört werden. Nur ca. die Hälfte des Umfangs wird in einem besonderen Winkel angeschnitten, um dann mit einem kleinen Eimer das Latex auffangen zu können. Würde man den Schnitt weiterführen, ist die Gefahr groß, dass dem Kautschukbaum alle Nährstoffe und das Wasser entzogen werden und somit der Baum stirbt.
Aber der Kautschukbaum hat auch ein Ablaufdatum, ein Alter, in dem die Herstellung von Latex eingestellt wird, man redet hierbei von einer so genannten Monokultur. Nach rund 25 Jahren ist es soweit, die Kautschukbäume werden gefällt und der Boden wird wieder aufgeforstet. Es ist also ein nachwachsender Rohstoff, Nachhaltigkeit ist dabei jedoch nicht unbedingt gegeben, denn oftmals werden die Kautschukbäume auf gerodetem Regenwaldgebieten angepflanzt. Kautschukgewinnung ist einer der Gründe für die Rodung des Regenwaldes. Da der Weltbedarf an Latex stetig steigt, muss auch ein Landgewinn zur Bepflanzung gesichert werden.
Rubberwood hat einen hellen Farbton und ist extrem hart, die Brinell-Härteprüfung, die den Grad der Härte bei Hölzern bestimmt zeigt beim Rubberwood ~6.2, als Vergleich Ahorn ~4.7 und Eiche mit ~4.3. Ein weiterer und wesentlicher Vorteil ist die Unempfindlichkeit gegenüber Luftfeuchtigkeit und allgemeiner Nässe und deren Schwankungen. So wird dieses Holz bspw. bei der Herstellung von Möbeln und auch Musikinstrumenten eingesetzt.

Geschichte des Latex als Naturstoff für Bekleidung und Formteile

Woher kommt Latex und der Parakautschukbaum eigentlich

Die ursprüngliche Heimat des Kautschukbaumes war und ist Südamerika, hier vor Allem das große Amazonasgebiet, Amazonasbecken mit seinem tropischen Regenwald. Die Ureinwohner Südamerikas wussten schon vor der Entdeckung ihres Kontinentes um einige Besonderheiten des Milchsaftes Latex. So konnte bereits Columbus Kinder, wie auch Erwachsene mit elastischen Bällen spielen sehen, es waren schlicht und ergreifend Gummibälle aus Latex. Die heute ältesten Gegenstände aus Latex stammen aus der Zeit um 1.600 vor Christi. Auch hier kommt als Beispiel wieder der Ball ins Rollen, aus dem Mesoamerikanischen Ballspiel. Doch nahezu alle Völker des mittelamerikanischen Mesoamerikas und Amazoniens verwendeten Naturkautschuk. Auf Reisen in Mexiko und zu Besuch in alten Städten der Mayas wird oftmals von kundigen Touristenführern davon berichtet, dass die Einwohner ihre Fußsohlen mit Naturkautschuk überzogen. Aber auch Kleidung, die wasserabweisende Schutzfunktion bei tropischen Regenfällen versprach, wurde so hergestellt. Latexkleidung hat seinen Ursprung also deutlich vor unserer Zeitrechnung. Man kleidete mit dem zähflüssigen Naturkautschuk aber auch Gefäße aus Holz aus. Des Weiteren wurden daraus auch vor unserer Zeit schon Schläuche hergestellt.

Um den Weg von Südamerika nach Europa und später weiter nach Asien gibt es viele Geschichten. Fakt jedoch ist, dass portugiesische Seefahrer im 15. Jahrhundert erstmals auf dem alten Kontinent Europa von Latex berichtet haben und auch das Potential erkannten. Latex war für sie ähnlich einem Stoff aus Polynesien, welcher sich hervorragend dazu eignete, Kleidung wasserfest machen zu können und Stricke zu versiegeln. Kaiser Karl V. Wurde von Hernán Cortés eine aztekische Ballspielmannschaft vorgeführt. 1615 berichtete Juan de Torquemada, wie die Indianer, die amerikanischen Ureinwohner Gegenstände wasserabweisend machten.
Bei der Vermessung des Äquators um die Jahre 1735 bis 1745 beobachtete Charles Marie de La Condamine, wie die Ureinwohner Kautschuk herstellten und verwendeten. Somit wurde Naturkautschuk mit nach Europa gebracht und auch hier wurde das Potential schnell erkannt.

Weitere Chronologie, Historie des Naturkautschuk, Latex

  • 1761: Erfindung Lösungsmittel für festen Kautschuk
  • 1770: erster Radiergummi
  • 1791: Patent für Verfahren mit Terpentin gelösten Kautschuk auf Gewebe aufzutragen, Samuel Peal
  • 1824: erster Regenmantel, Macintosh
  • 1824: Wellington Boots, die ersten Gummistiefel bzw. Regenstiefel, benannt nach Arthur Wellesley, 1. Herzog von Wellington

Es sollte noch gut 100 weitere Jahre dauern, bis tatsächlich Gummi hergestellt werden konnte, bis dahin war die Verarbeitung eine Qual und das Ergebnis kaum gebräuchlich. Der Naturkautschuk konnte nur bei großer Hitze geklebt werden, bei Kälte wurde er sofort spröde. Die Vulkanisation war auch den Völkern Mittel- und Südamerikas nicht geläufig, jedoch konnten sie durch Mischung mit Pflanzensäften das plastische Material in elastisches Latex verwandeln, wenn auch nicht vergleichbar mit dem Ergebnis der Vulkanisation.
Die Vulkanisation im Jahre 1839 durch den bis heute wohl bekannten Charles Goodyear brachte den Kautschukboom. Durch den Einfluss der drei Faktoren Zeit, Temperatur (Wärme) und Druck wurde das Material widerstandsfähig gemacht. Latex wurde so sowohl gegen atmosphärische, wie auch mechanische und chemische Einflüsse resistenter. Man benötigt zur Vulkanisation Rohkautschuk und Schwefel, bzw. Schwefel spendete Stoffe und Hitze. Die langen Ketten der Kautschukmoleküle werden mit Schwefelbrücken vernetzt und somit wird Latex elastisch, alle plastischen Eigenschaften des unbehandelten Kautschuks gehen verloren. Das fertige Latex ist dauerelastisch, besitzt eine höhere Reißfestigkeit und wird beständiger gegenüber äußeren Einflüssen.
Wenn Latex bzw. Gummi verrottet, zersetzen sich die Schwefelbrücken, uns ist dies bekannt als poröses Latex, bzw. brüchiges Material.

Der Kautschukboom und der Einfluss von Latex

Es wurde überall versucht den Kautschukbaum anzusiedeln und selbst als in den tropischen Gebieten Afrikas Latex gewonnen wurde, hielt Brasilien das Weltmonopol für Jahrzehnte. Immer wieder wird von Geschichten und Seemannsgarn erzählt, wo versucht wurde, den Samen des Kautschukbaumes zu stehlen, um ihn an anderen tropischen Orten unserer Erde anzusiedeln. Meist geschah dies ohne Erfolg und unter Verlust des Lebens, denn die Monopolstellung wollte man sich nicht nehmen lassen. Doch der Kautschukboom lies nicht nach und die europäischen Mächte versuchten mit allen Mitteln danach zu greifen.
Sir Henry Wickham (geb.1846; gest.1928), englischer Naturforscher und Ökonom, mit 20 Jahren als Vogeljäger in Nicaragua und später Forstbeamter in Britisch Honduras war zugleich Abenteurer. Wickham durchquerte Teile des brasilianischen Urwaldes und machte Aufzeichnungen seiner Entdeckungen. Das Lesen uns Studieren seiner für damalige Zeiten, wie auch heute noch, besonderen Aufzeichnungen, bewegten den Leiter der Royal Botanic Gardens, Kew (Kew Gardens) in London, Großbritannien, Joseph Hookers dazu, Wickham einen gefährlichen und bedeutenden Auftrag zu erteilen. Er sollte die begehrten Samen des Kautschukbaumes zur Gewinnung von Latex in das Königreich bringen. Wickham dachte sicher an viele Möglichkeiten und eine dieser Ideen brachten den gewünschten Erfolg und damit auch Ruhm im Vaterland ein. Sir Henry Wickham exportierte 1876 rund 70.000 Samen des in Brasilien gesammelten Kautschukbaumsamens getarnt als Orchideensamen nach London, Großbritannien. Die königlichen Gärten machten sich zugleich daran, den Samen in ihren eigens dafür vorgesehenen Gewächshäusern anzupflanzen. Circa 2.000 Setzlinge des Kautschukbaumes wurden daraufhin nach Asien, genauer nach Malaysia verschifft. Eine lange und gefahrvolle Reise, welche nur acht Setzlinge einigermaßen heil überstanden.
Die Halbinsel Malaysia verfügte über ausgezeichnete klimatische Bedingungen, des Weiteren hatte der Kautschukbaum in dieser Region keine natürlichen Feinde und konnte perfekt gedeihen, diese klimatischen Bedingungen führten dazu, dass je Baum mehr Latex gewonnen werden konnte als in Südamerika.
Die Gebiete der Straits Settlements auf der malaysischen Halbinsel beheimateten ab diesem Zeitpunkt diese Pflanze. Ab 1890 entstanden hier große Plantagen und gegen Ende des 19. Jahrhunderts, Anfang des 20. Jahrhunderts machten die malaysischen Kautschukexporte gut 90% des weltweiten Bedarfs an Latex aus. Der Kautschukboom der südamerikanischen Kautschukbarone war somit gebrochen. Acht Jahre vor seinem Ableben wurde Sir Henry Wickham für die Verdienste für die britische Krone geadelt. Er bereiste zahlreiche Länder und gründete Plantagen. Sir Wickham gilt in Südamerika, vor Allem in Brasilien als Pirat.
Der größte Teil des Bedarfs an Gummi (ca. 60%) wird mittlerweile durch synthetischen Kautschuk gedeckt. Aber auch Löwenzahn wurde zu Zeiten des zweiten Weltkrieges, wie auch danach zur Kautschukgewinnung getestet. So hat man unter Anderem in der Ukraine versucht.

Aus Latex werden heute Kondome, Handschuhe, Meterwaren und viele weitere Sachen hergestellt. So unter Anderem auch geklebte und getauchte Latexkleidung. Getauchte Latexkleidung sind bspw. Latexhandschuhe, Latexmasken und Latexstrümpfe, geklebte Latexkleidung ist mittlerweile allgegenwärtig, wie der Latex Catsuit, Latexkleider und viele Latexoutfits mehr, allein schon durch die mediale Präsenz. Aber auch Autoreifen enthalten einen Naturkautschukanteil, Reifen für Flugzeuge werden wiederum frei von synthetischem Kautschuk hergestellt. Grund hierfür ist die gute Haftfähigkeit und geringe innere Reibung gegenüber synthetischem Gummi. Der Grad der inneren Reibung zeigt an, wie hoch sich der Werkstoff bei Belastung erhitzt, bei Reifen gilt das Prinzip, Hitze ist gut für die Haftung, Überhitzung führt zum Platzen.

Der Kautschukgürtel, kein Kleidungsstück aus Latex

30 Grad nördliche Breite bis 30 Grad südliche Breite unserer Erde befindet sich der Kautschukgürtel und ist nicht mit einem Latexkorsett gleichzusetzen. Hier werden über 90% der weltweit wirtschaftlich genutzten Kautschukbäume angepflanzt. Thailand, Indonesien und Malaysia, die Heimat von Radical Rubber, sind die drei größten Produktions- und Exportländer für den begehrten Kautschuk. Allerdings kaum in Reinform, sondern in vorvulkanisierter Art flüssig in Fässern und als fertiges Erzeugnis in Form Latexbahnen, Latexhandschuhen, Kondomen und vielem mehr, da Latex auch zu industriellen Zwecken genutzt wird.
Brasilien mit seiner ehemaligen Monopolstellung ist hingegen kaum erwähnenswert, wenn dies auch traurig stimmt. Die brasilianischen Bestände werden von der Südamerikanischen Blattfallkrankheit bedroht und ausgerottet. Schuld daran ist ein Pilz, namentlich Microcyclus ulei. Aufgetreten ist dieser parasitenartige Pilz auf der Plantage Fordlândia, welche aufgrund schlechten Managements zugrunde ging. Der Eigentümer war kein Geringerer als Henry Ford. Dieser Parasit ist bis heute nicht bekämpft und infiziert den Baum in der kurzen Blattentwicklungsphase. Diese Phase ist im besonders feucht-warmen Klima am Äquator nicht an Jahreszeiten gebunden, so dass man ihr nicht Herr wird. Über 60% des Kautschuks aus Brasilien gewinnt man im Bundesstaat São Paulo, denn hier sind die Jahreszeiten spürbar.

Synthetisches Latex bzw. Kautschuk, die Definition

Eine wachsende Fläche an Anbaugebieten ist unumgänglich. Auch wenn heutzutage ein großer Teil des weltweiten Bedarfs an Kautschuk durch Synthesekautschuk gedeckt wird, wird auch der Bedarf nach natürlichem Kautschuk bzw. Latex stetig steigen. Rund 30 Millionen Tonnen Bedarf werden schon im Jahr 2019 erwartet.
Im Verlaufe der beiden Weltkriege Anfang des 20. Jahrhunderts verlor Deutschland seine Kautschukquellen, doch der Bedarf war gigantisch. I.G. Farben produzierte in Zeiten des Zweiten Weltkrieges in Schkopau synthetisches Latex, genannt Buna, da es sich um Styrol-Butadien-Kautschuk handelte. Inhaltsstoffe waren unter Anderem Braunkohle und Wasserstoff aus den Leunawerken.
Doch auch für die Alliierten wurde Latex knapp, denn das japanische Kriegsheer eroberte die gesamten asiatischen Kautschukplantagen. Aufgrund dieser Erfahrungen lagerten die Vereinigten Staaten von Amerika ab 1940 Naturkautschuk ein. Die so genannte Rubber Reserve Company war gegründet. Nach dem Angriff Japans auf Asien wurde dies zum Nutzen. Zusätzlich wurde auf Buna-Kautschuk gesetzt. Hier allerdings gab es immense Probleme. Die USA wollten mehrere staatlich finanzierte Fabriken zur Herstellung von Buna Kautschuk ab 1941 aufbauen. Das Patent für diese Art des synthetischen Kautschuks lag bei der Firma Standard Oil of New Jersey. Dessen Geschäftsleitung weigerte sich allerdings strikt, die Patente für die USA freizugeben, da sie eine Vereinbarung mit I.G. Farben unterzeichnet hatte.

Der damalige US-Präsident Harry S. Truman sprach von Verrat an den USA. Eine Verschwörung wurde der Firma Standard Oil of New Jersey vorgeworfen und eine Kommission zur Prüfung des vorliegenden Sachverhaltes wurde einberufen. Es sollten über zwei Jahre dauern, bis der US Kongress die Freigabe beschloss und entsprechend gehandelt werden konnte. Ab diesem Zeitpunkt wurde die staatliche Produktion vorangetrieben und die USA stellten allein 1943 über 185.000 Tonnen des so genannten „Government Rubber“ her. Dies übertraf die Herstellung im damaligen Deutschland deutlich und wurde auf über 730.000 Tonnen im letzten Kriegsjahr gesteigert.
Bei der Herstellung von synthetischem Latex bzw. Gummi werden zum Teil giftige Inhaltsstoffe beigefügt. Besondere Vorsicht ist hier auch bei Latex aus China geboten, da hier die Produktion kaum Kontrollen unterliegt und der Materialeinsatz entscheidet. So wurden in der Vergangenheit auch bei Naturlatex giftige Farbmittel entdeckt. Giftige Stoffe im synthetischen Latex sind bspw. Farbstoffe, Ozonschutzmittel, Lösemittel und Vulkanisationsbeschleuniger, um nur einige wenige zu nennen. Also Vorsicht beim Kontakt mit der Haut, vor Allem wenn man empfindlich reagiert. Im Gegensatz zu Naturlatex, welches aus natürlichen Rohstoffen besteht, ist synthetischer Kautschuk von chemischen und auch petrochemischen Inhalten geprägt.

Latex aus Löwenzahn, sowie auch aus anderen Pflanzen

Neben dem Kautschukbaum, aus dem man das begehrte Latex gewinnt, gibt es auch alternative Pflanzen und entsprechende Versuche, Latex zu gewinnen. Zu Zeiten des Zweiten Weltkrieges erbeuteten deutsche Truppen Forschungsmaterial aus Russland, bei dem es um die Gewinnung von Latex aus Löwenzahn ging. Der Saft des Löwenzahn enthält ca. 8% Kautschuk. Die deutschen Besatzer wollten Pläne umsetzen, bei denen es beabsichtigt war, auf rund 120.000 Hektar Landfläche in Osteuropa Löwenzahn anzupflanzen um daraus Latex gewinnen zu können. Neben Löwenzahn, der auch heute wieder Thema ist, rückte auch der so genannte Zwergstrauch in den Fokus des Interesses. In seinen Wurzeln enthält diese Pflanze rund 6% Latex. Beide Pflanzen werden auch heute noch entsprechend untersucht. Vor Allem aber Russischer Löwenzahn eignet sich bestens zur Naturkautschukgewinnung. Diese besondere Gattung wird intensiv untersucht.
Aktuell testet einer der bekanntesten Reifenhersteller in Kooperation mit dem Fraunhofer Institut für Molekularbiologie und Ökologie die Rohstoffgewinnung von Latex durch Löwenzahn. Hierfür hat man eine eigens entworfene Pilotanlage im Raum Münster in Auftrag gegeben. Hier soll durch Züchtung und optimierten Anbau Naturkautschuk aus den Wurzeln des Löwenzahn hergestellt werden. Dabei steht nicht die Qualität, sondern vor Allem der Kostenfaktor und Umweltschutz im Fokus. Denn klar ist, das Löwenzahn auch in unseren Gefilden angebaut werden kann und somit weite Transportwege aus Asien mit verbundenen hohen Kosten und der Schädigung der Umwelt zum Teil entfallen würden. Vielleicht fahren wir bald auf Reifen aus Latex des Löwenzahns.

Die Allergie auf Latex, Latexallergie durch Naturkautschuk

Die Latexallergie wird nicht durch den reinen Hautkontakt ausgelöst. Vielmehr war es das mineralische Talkum, welches in den Zeiten vor der Chlorierung als Anziehhilfe diente. Talkum, wie auch andere feine Minerale schädigen die Lungen beim Atmen. Der menschliche Körper kann dieses Mineral in der Lunge nicht abbauen. Der Kontakt mit Latex löst also über die Lungen die Allergie aus, da unser menschliches Immunsystem aufgrund der Erkennung der Latexproteine in der Luft fälschlicherweise davon ausgeht, dass diese Proteine, die eigentlich schadlos sind, aber mit dem Talkum in Verbindung gebracht werden, dass es angegriffen wird. Alternative Möglichkeiten sind Maisstärke und die Chlorierung, die die Oberfläche veredeln, so dass die Latexproteine nicht freigesetzt werden und das menschliche Immunsystem nicht reagiert. Aber auch andere Pflanzen, wie auch Obst können diese Art der Allergie in Form einer Kreuzallergie auslösen. Genannt sei hier Bananen, Walnüsse, Kiwis und die Birkenfeige. Symptome der allergischen Reaktion (Anaphylaxie) geht von Hautrötungen wie bei anderen Allergien bis hin zu lebensbedrohlichen anaphylaktischen Schocks. Vor Allem im Gesundheitswesen tritt diese Form der Allergie häufiger auf, so sind Latexhandschuhe für Pflegepersonal und OP Handschuhe aus Latex oftmals der Auslöser. Menschen mit bestimmten Erkrankungen wie Asthma und Neurodermitis sind deutlich öfter von der Latexallergie betroffen. Hier greift unter Anderem auch das Chlorieren, bei der das fertige Latexprodukt einer chemischen Reaktion unterworfen und so die Oberfläche verändert wird. Ein Vorteil ist das leichte Anziehen ohne Allergie auslösende Stoffe wie Talkum und ein weiterer Vorteil ist die Minimierung der Latexproteine durch deren Einschluss.
Wie bereits in der Einführung erläutert, gibt es neben Latex als Pflanzenextrakt, der unter Anderem in der Bekleidungsbranche für Latex Catsuits, Latexkleider und viele weitere Latexoutfits zur Anwendung kommt auch als Softwarepaket La(TeX).

LaTeX von Leslie Lamport als Software für einfache Anweisungen

La(TeX) ist ein Softwarepaket, welches mit Hilfe von so genannten Makros die Benutzung des Textsatzsystem TeX mit einfachen Anweisungen ermöglicht.
Unter Makro versteht man eine Art Abkürzung, mit dessen Hilfe man komplexe Formeln oder Passagen mehrfach mit nur einem Befehl ausführen kann, ohne sie jeweils komplett und komplex neu einzugeben.
TeX ist das Textsatzsystem, welches allerdings nicht als LaTeX bezeichnet werden kann, denn TeX ist eigenständig und durch das Hinzuziehen der Makros wird es zu LaTeX. Runde 10 Jahre entwickelte Donald E. Knuth, geb. 1938 in Milwaukee, Wisconsinan diesem System. Donald Ervin Knuth ist ein US amerikanischer Professor an der renommierten Stanford University.
Dabei kommt TeX aus dem griechischen und bedeutet Handwerk, Fähigkeit. Es handelt sich dabei nicht um Laute, die uns bekannt sind, auch nicht um die für lateinische Buchstaben. Das X im TeX steht für einen „Ach Laut“. Dementsprechend wird LaTeX auch normal nicht „Latex“ als Wort gesprochen, vielmehr als „Late-ach“, was bitte an dieser Stelle nicht allzu ernst zu nehmen ist. Der Entwicklungsgrund für das TeX System waren lange wissenschaftliche Texte und Arbeiten, da es sich hervorragend für Formelsätze der hohen Mathematik eignet. Viele Menschen weltweit, die nach Latex suchen, finden vor Allem in den Suchmaschinen und Lexikoneinträgen zuerst LaTeX, die hier beschriebene Software.