Harness (Riemengeschirr)
Der Harness (Riemengeschirr): Sinnliche Einengung und markante Optik
Ein Harness – zu Deutsch Riemengeschirr oder Gurtzeug – ist ein Konstrukt aus stabilen Riemen, welches den Körper fest umhüllt. Ursprünglich oft aus robustem Leder gefertigt, erfreuen sich in der Latex- und Fetischszene besonders Varianten aus dickem Gummi oder Heavy Rubber großer Beliebtheit. Die Riemen sind in der Regel mit Schnallen versehen, um das Geschirr den individuellen Körpermaßen optimal anzupassen. Den meisten Trägerinnen und Trägern geht es dabei um das intensive Gefühl des Eingeengtseins und der festen, spürbaren Umschließung.
Die intensive Kombination: Harness und Latex-Catsuit
Ein Harness kann direkt auf der bloßen Haut getragen werden, entfaltet aber besonders in Kombination mit einem Latex-Catsuit eine faszinierende Wirkung. Das Zusammenspiel aus dem glatten, sich wie eine zweite Haut anschmiegenden Latex und dem starren, einschnürenden Riemengeschirr erzeugt einen extremen optischen und taktilen Kontrast. Während das Latex den Körper geschmeidig versiegelt, sorgt der Harness für einen gezielten Druck auf bestimmte Körperpartien. Die Riemen "greifen" förmlich in das weiche Latex, schnüren die Silhouette an den gewünschten Stellen ein und verstärken das Gefühl der Dominanz oder Unterwerfung massiv. Optisch verleiht das Gurtzeug dem ohnehin schon auffälligen Latex-Outfit eine sehr aggressive, dominante oder eben stark gefesselte, wehrlose Note.
Einsatzorte: Von Fetisch-Clubs bis in die Öffentlichkeit
Typischerweise wird ein Harness in geschützten Räumen wie BDSM-Studios, auf privaten Playpartys oder in einschlägigen Fetisch-Clubs (wie beispielsweise dem legendären KitKatClub in Berlin) getragen. Doch das Riemengeschirr hat längst auch den Weg in die Öffentlichkeit gefunden. Auf Szene-Events wie dem German Fetish Ball, dem Folsom Europe Straßenfest oder auf Bootspartys wie dem Torture Ship gehört der Harness zur Standard-Garderobe. Darüber hinaus sieht man ihn häufig bei Pride-Paraden (Christopher Street Day / CSD), wo er als stolzes Symbol der sexuellen Befreiung getragen wird. Sogar in der modernen Popkultur und Mainstream-Mode ist der Harness angekommen: Popstars und Tänzer tragen ihn in Musikvideos oder auf Konzertbühnen als provokantes, modisches Statement über der Kleidung.
Formen, Varianten und funktionale Details
Man unterscheidet generell zwischen Ganzkörper-Harnessen, die den kompletten Rumpf samt Armen und Beinen umschließen, und Einzelgeschirren, die sich nur auf den Oberkörper oder den Intimbereich konzentrieren. Verschiedene Zusatzteile wie Dildo-Aufsätze oder Plug-Ins machen den Harness für alle Geschlechter interessant. Ein besonderer Reiz geht vom sogenannten Schrittgurt aus: Dieser wird ähnlich wie ein String durch den Schritt geführt und drückt angenehm massierend gegen den Damm.
- Für Herren: Häufig ist in den Schrittgurt ein Cockring integriert, der das angenehme Gefühl durch das Umschließen der Genitalien verstärkt. Auch Varianten mit abknöpfbarem Slip sind beliebt.
- Für Damen: Speziell für Frauen entwickelte Harnesse bieten einen breiteren Schrittbereich und verfügen oft über Bänder, welche die Brust umschmeicheln oder fest und formgebend einpacken.
- Ponyplay und Bondage: Bei Rollenspielen wie dem Ponyplay ist ein Harness ein absolut elementarer Bestandteil der Ausrüstung. Für besonders intensive Bondage-Sessions gibt es zudem Modelle, deren Schnallen sich mit kleinen Vorhängeschlössern sichern lassen.
Wichtige Hinweise zu Passform und Sicherheit
Beim Kauf sollte unbedingt darauf geachtet werden, dass die Riemen nicht zu kurz sind, da ein nachträgliches Austauschen oft schwierig bis unmöglich ist. Ob man überstehende Riemen kürzt, hängt vom persönlichen Geschmack und dem gewünschten Design ab. Ebenso sollten die Riemen nicht zu dünn gewählt werden, da sie sonst schmerzhaft in die Haut oder das Latex einschneiden könnten – wobei diese Gefahr bei Modellen aus nachgiebigerem Gummi etwas geringer ist als bei starrem Leder. Vorsicht ist generell beim Tragen geboten: Das Riemengeschirr muss fest, aber nicht zu stramm sitzen. Bei ungünstigen Positionen oder zu starkem Anziehen besteht die Gefahr, dass die Blutzufuhr eingeschränkt oder unterbunden wird.